hey leute,
hab gehört, dass einige an diesen tieren interessiert sind bzw. sie auf der warteliste stehen haben, lieg ich da richtig?
ich pflege diese tiere nun schon seit knapp 12 jahren (inklusive zucht - die zucht habe ich allerdings vor 1 1/2 jahren gestoppt) und durfte sie, leider erst einmal, auch schon in freier natur, in neuguinea, beobachten.
zuallererst: diese tiere sind eigentlich nicht wirklich tiere für einsteiger in die reptilienpflege.
normalerweise gebrauche ich diese formulierung nicht so gerne weil sich ja jeder mit gutem willen und zeit mehr als genügend informieren kann und auch tipps und tricks von erfahreneren pflegern einholen kann aber bei den buschkrokodilen ist das ziemlich .... hm, tricky ^^.
über diese tiere stehen leider sehr viele fragwürdige und eigenartige infos im netz weswegen man da ziemlich gut filtern muss. auch gibt es auf schriftlicher basis so gut wie gar nichts über die orangeaugenskinke geschweige denn über ihr verhalten in freier natur. diese erfahrung, sie beobachten zu können, hat mir doch seeeeeehr viel gebracht weswegen die zucht dan ziemlich gut geklappt hat.
infos wie zb. wo sie leben, lasse ich hier bewusst aus. solche infos kann man gut im netz finden und ich werde auch sicher einiges vergessen ^^ also wenn jmd. was interessiert, einfach fragen.
also zunächst ist wichtig zu erwähnen, dass man sie NUR entweder einzeln oder in pärchen von 1.1 pflegen DARF und KANN. sellbst zwei weibchen gehen sich nach einiger zeit an die gurgel, männchen sowieso sofort, sobald sie geschlechtsreif sind. diese kämpfe gehen eigentlich fast immer bis zum tod. also da bitte aufpassen.
für ein pärchen sollte mindestens der platz von 100x50x50 zur verfügung stehen - MINDESTENS. wirklich gut ist ein terrarium von 130-140x50x50 weil man dann gut platz für einen wasserteil hat. der wasserteil ist besonders wichtig weil diese tierchen an konstanten wasserstellen leben. sie kommen sowohl an fließgewässern als auch an stehenden gewässern vor. hier muss man bedenken, dass das simulieren von fließgewässern wirklich sehr schwierig und nur für erfahrene terrarienleute ist. man müsste sich hier aus dem bewährten styropor-fließenkleber-siegellack einen brunnen bauen von dem ein rinnsal, am besten in serpentinen, nach unten rinnt. einen vorteil hat dieses system allerdings. man kann dann zb. eine lochlose blumenlade am ende einbauen in die man ein torfgemisch einlegt um zb. sumpfiges gelände zu simulieren. da kann man dann auch gut pflanzen dies sehr feucht brauchen einsetze. sieht ziemlich nett aus.
ansonsten reichts wenn man ein 40x40x10 cm großes wasserbecken einbaut und nen brunnen reinstellt. die wasserbewegung ist recht wichtig weil das wasser sonst ziemlich schnell schlecht wird. man kann dann noch zusätzlich mooskugeln reinlegen, die filtern das wasser gut.
der wasserteil ist auch unverzichtbar weil sie immer viel schwimmen gehen wenn sie sich häuten.
also substrat sollte man nicht, wie vielerorts empfohlen, irgendso ein reptibark nehmen, da können sie nicht gut graben sondern eher ein erd-sand-gemisch. hält gut die feuchtigkeit, man kann den kot gut entfernen, putzertiere wie asseln können gut überleben und die tieren buddeln wie wahnsinnig

. außerdem kann man dann besser echte pflanzen einsetzen.
die bepflanzung sollte, eh logisch, nur mir pflanzen gemacht werden die auch indirekt den krokos nicht schaden können wenn sie von futtertieren angeknabbert werden. bewährt haben sich zb. diverse fikusarten. die halten es ohne probleme gut feucht aus.
mein tipp:
setzt die fikuspflanzen ins hintere drittel des terrariums, nicht ganz an die rückwand (korkwand). pflanzt vorne ein paar schöne bromelien und achtet darauf, dass in den bromelien immer bisschen wasser steht. dort trinken sie dann gerne und müssen dann nicht das wasser trinken in das sie auch gleichzeitig kacken ... leuchtet ein oder? ^^
von hinten nach vorne und vor allem nach oben sollte man darauf achten, dass schöne kletterwurzeln ragen. bewährt haben sich hier, wegen der großen luftfeuchtigkeit, mangrovenwurzeln. sind dick, halten viel aus und sie können gut darauf klettern.
dazwischen kann man auch gut polstermoos setzen. das hält auch ziemlich viel aus, braucht nicht so viel licht und speichert viel lf.
die lf ist auch wichtig. da sollte man niemals unter 50 % kommen. gut sind ca 75 %.
tribolonotus gracilis sind zwar reine tropenbewohner, in den warmen bis heißen tropen aber sie leben am boden, also in der untersten schicht und dort bekommt es auch im tropischen regenwald selten über 25 grad. deswegen brauchen es diese tiere NICHT heiß. im gegenteil, hohe temperaturen tragen sehr zu ihrem unwohlsein bei.
am tag 22 bis 25 grad sind gut, in der nacht können sie auf 20 grad fallen.
mein tipp:
wenn das wasser schon ziemlich verdunstet ist, kann man sehr warmes, nicht heißes ^^ wasser nachgießen. dadurch entsteht sofort starker dunst und die lf ist auf fast 100 %. ich sprühe so gut wie garnicht mehr in meinen terrarien.
lichtquelle:
die lichtquelle ist jetzt ein bisschen mühsam. diese tiere leben ja wie gesagt am boden des regenwaldes wo wirklich sehr sehr wenig licht hinkommt. sie bräuchten also dadurch eigentlich nur eine lampe, mit uv oder ohne uv ist ziemlich egal. wenn man eine lampe, 20 o 30 watt, ohne uv benutzt, kann man alle zwei monate zb. supplementieren. man kann aber auch seine futtertiere mit supplementiertem futter füttern. wegen den pflanzen allerdings muss man selber abschätzen wieviel und welches licht diese brauchen.
auch sollte man seine belichtung der temperatur entsprechend wählen. ist die lampe zu stark weil die temperatur zu hoch ist, muss man sie sofort wechseln. wenn man zwei lampen, wegen den pflanzen zb., verwendet, dann sollte man darauf achten, dass genügend sehr dunkle verstecke den tieren zur verfügung stehen.
futter:
sie fressen eigentlich so ziemlich alles das sie überwältigen können ^^.
ich füttere meine tiere mit heuschrecken aller art und größen, schaben aller art und größen (allerdings nur bis 2 cm größe), regenwürmer, zophobas, mehlwürmern, käfern usw.. bei mehlwürmern, zophobas und co. muss man allerdings darauf achten, dass die tiere nicht verfetten. das geht bei skinken ja bekanntlich extrem schnell ^^.
wichtig ist auch, dass man nicht zuviel bzw zu oft füttert. was ich da zeitweise im internet lese oder zu hören bekomme ..... da stellts mir die haare auf, echt. ich füttere meine, HÖCHSTENS, einmal die woche. dazu lasse ich eigentlich so ziemlich alle futtertiere frei ins terrarium los. dann jagen die krokos wie der teufel

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regen- und mehlwürmer sowie zophobas gebe ich in eine schüssel oder füttere von hand. nach einer gewissen zeit in pflege gewöhnen sie sich an ihr neues zuhause und fressen dann ziemlich gut von der hand, sofern alle parameter passen.
das führt mich auch zum nächsten punkt, das verhalten:
wenn man sich diese tiere kauft oder zulegen will, dann muss man bedenken, dass es extrem scheue tiere sind und eigentlich hauptsächlich dämmerungsaktiv sind. nachdem ich selber eher ein nachtmensch bin hab ich damit keine probleme ^^ und dann sind sie wirklich aktiv. klettern, laufen, jagen, graben, schwimmen usw..
man muss sich also daran gewöhnen, dass man die tiere nach dem kauf die ersten 3,4 oder 5 monate so gut wie gar nicht zu gesicht bekommen wird, ca.. dann langsam gewöhnen sie sich an ihre neue umgebung und man sieht sie auch öfters.
so, ich hab sicher noch infos vergessen aber wie gesagt, bei interesse einfach fragen

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lg.
P.s.: anbei pics von einem meiner kleineren terrarien